Diesellok V2.004

Die Fakten

Baujahr 1954
Hersteller Maschinenbau Kiel AG (MaK), Kiel-Friedrichsort
Fabrik-Nr. 500004
Bauart D dh
Leistung 575 PS
Gewicht Lok 52,0 t
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h

Geschichte

der Diesellok V2.004

  • Die Lok 2.004 wurde als eine der ersten Stangenloks des für die MaK typischen Baukastenprogramms in den 50er Jahren gefertigt. Basierend auf den V36-Wehrmachtdieselloks konstruierte die MaK Anfang der 50er Jahre eine weiterentwickelte Serie, die als 2-, 3- oder 4-achsige Maschinen mit jeweils unterschiedlichen Motoren von 240 bis maximal 1200 PS angeboten wurden. Zwar konnte man an die Bundesbahn nur wenige Loks dieses Typs verkaufen (es setzte sich die Eigenkonstruktion V100 durch), aber bei den Privatbahnen landete MaK mit diesen Maschinen einen Volltreffer. Als Stangenloks waren sie im Aufbau den Dampfloks nicht so unähnlich und die Anschaffungskosten waren günstiger als für eine Drehgestellok. Robustheit und Einfachheit stellten für die kleinen Privatbahnen unschlagbare Argumente dar.

    Diese Lok wurde 1953 von der MaK zunächst auf Vorrat gebaut und gelangte im Januar 1955 an die Altona-Kaltenkirchener Eisenbahn (AKN). Dort wurde sie als Lok V4 bzw. später als 2.004 bezeichnet. Mitte der achtziger Jahre hatte sie dann bei der AKN ausgedient. Die Ilmebahn AG mit Sitz in Einbeck suchte zeitgleich für eine Ersatzlok für ihre V65.01, die mit Getriebeschaden abgestellt werden musste. Sie war eine Schwesterlok unserer Maschine, zudem hatte die Ilmebahn noch die stärkere V65.02 mit 800-PS-Motor. So kam die V2.004 nach einer Aufarbeitung bei der OHE zur Ilmebahn und stand dort als V65.03 bis 1995 in Diensten. Anschließend wurde sie an die Eisenbahnfreunde Einbeck verkauft, welche die Lok als “01” in ihren Bestand übernahmen, sie jedoch nicht zum Einsatz bringen konnten. Im Jahre 2000 ging sie in das Eigentum des Vereins Braunschweiger Verkehrsfreunde (VBV) über.

     

  • Auf der Suche nach einer Ersatzlok für die mit Fristablauf vorübergehend abgestellte Ellok 22 sowie für die nicht elektrifizierte Begatalbahn kam bei uns der Gedanke auf, den VBV um eine Leihe der V65.03 zu bitten. Im Frühjahr 2009 wurden wir uns einig und haben die Lok am 22. März 2009 ins Extertal überführen können, wo sie nach einer Aufarbeitung und Hauptuntersuchung seit Pfingsten 2009 im regelmäßigen Einsatz stand.

    Ende 2013 wurde die Bremsanlage der Lok umfangreich überholt und das gesamte Fahrwerk neu lackiert. Seit April 2014 stand sie wieder für den Betrieb zur Verfügung, inzwischen auch erneut in der Kombination bzw. abwechselnd zur hauptuntersuchten E 22. Durch den Wegfall der Dampftraktion 2014 bildete die V2.004 das Rückgrat des Vereinsbetriebs, insbesondere im Begatal, und konnte auch für eine zweite HU-Periode im Einvernehmen mit dem VBV im Extertal behalten werden.

    Zwischenzeitlich wurden immer wieder umfangreichere Wartungs- und Reparaturarbeiten an dem Motor erforderlich, der altersbedingten Verschleiß aufwies und Leistung einbüßte. Immer wieder gelang es aber, die treue Maschine, die von unseren Lokführern liebevoll „Svetlana“ getauft worden war, wieder in Dienst zu nehmen.

    Zuletzt stand die V2.004 kurz vor dem Ablauf ihrer zweiten HU bei der Landeseisenbahn und sollte perspektivisch das Extertal wieder verlassen, nachdem der VBV Eigenbedarf signalisiert hatte. Bereits die Saison 2022 wurde daher weitgehend elektrisch geplant, um diesbezüglich flexibel zu bleiben. Im Oktober 2022 fand dann die Rücküberführung auf eigenen Achsen nach Braunschweig statt.

     

    Historische Fotos und den tabellarischen Lebenslauf gibt es unter www.loks-aus-kiel.de