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  1. Elektrobetrieb bis Barntrup

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    Nach 18 Jahren – Lückenschluss nach Barntrup

    Die „historische Elektrobahn“ geht zwischen Bösingfeld und Barntrup wieder on Tour

    Drei Jahre vom ersten Projektantrag bis zur Fertigstellung, rund 250.000 € Investition. 19 neu gegründete Masten, 40 Masten gesandstrahlt und neu lackiert, 30 Fundamente saniert, 50 Ausleger aufbereitet und aufgebaut, 4 Elektromotoren überholt, 4050 m Oberleitung eingezogen, 1.000 und eine Fahrleitungsklemmen montiert und 4.177 ehrenamtliche Arbeitsstunden …. – alles für diesen Moment!

    Die Freunde stand den Eisenbahnern der Landeseisenbahn Lippe e.V. ins Gesicht geschrieben, als die alte E-Lok 22 der Extertalbahn Aktiengesellschaft vor einigen Wochen mit einem ersten Probezug den Bahnsteig in Barntrup wieder erreicht hat. Rückblick: 18 Jahre sind vergangen, seitdem der historische Elektrotriebwagen zuletzt aus eigener Kraft den Streckenabschnitt Alverdissen-Barntrup passieren konnte. Durch mehrere Kabeldiebstähle vor etlichen Jahren war ein Betrieb schlichtweg nicht mehr möglich, finanzielle Hilfen für den Wiederaufbau blieben aus.

    Wer allerdings in den vergangenen Wochen aufmerksam an der Strecke der Extertalbahn unterwegs war hat bemerkt, dass hier etwas im Gange ist. Neben den bekannten roten Loks der Extertalbahn war ein Spezialfahrzeug mit Arbeitsbühne und Trommelwagen des Unternehmens Elektroline unterwegs: „Wir haben mit Fa. Elektroline aus Prag ein Unternehmen gefunden, welches die besondere Herausforderung des Wiederaufbaues der historischen Fahrleitung mit den alten Masten, Auslegerarmen und Kleinteilen für uns umsetzten wollte“, erklärt der technische Projektleiter Raphael Kahlert. Der Kontakt zu der Firma wurde über das Eisenbahnnetzwerk der Museumsbahner hergestellt. Jira Schäferling aus der Marketingabteilung von Elektroline erklärt: „Wir sind von dem hohen ehrenamtlichen Engagement hier vor Ort begeistert und meinen gerade solch ein Projekt unterstützen zu müssen. Zudem stellte die Extertalbahn eine ganz andere Aufgabe als auch Herausforderung für unsere Montagetruppe dar“. 10 Tage lang waren die Spezialisten für Fahrleitungsbau im Einsatz, richteten zunächst die Halterung aus, spannten dann das Tragseil und zogen als letztes den Fahrdraht ein. Nachdem diese aufwendigen Arbeiten erledigt waren, die der Verein hätte niemals alleine stemmen können, ging es an die Details.

    Hierfür haben sich 5 Mitglieder der Landeseisenbahn Lippe eine Woche Urlaub genommen und sind mit dem vereinseigenen Arbeitstriebwagen ausgerückt. Es galt die Fahrleitung in der Höhe zu justieren und insbesondere in den engen Bögen die Zick-Zack-Lage des Drahtes abzustimmen.

    Weil die Motivation ein Ziel zu erreichen ansteckend ist.

    „Wir hatten die Vision, wieder elektrisch zwischen Bösingfeld und Barntrup fahren zu können. Letztlich hat uns dann der Ehrgeiz gepackt, die Vision auch wirklich umzusetzen und die Herausforderung frei nach dem Motto „Zwei Mann – ein Wort“ angenommen. , erklären die beiden Projektleiter Raphael Kahlert und Jan-Philipp Tönebön. Mit diesem Ziel konnten die beiden jungen Männer vor allem viele Vereinsmitglieder aus den eigenen Reihen, lokale Unternehmen, die verantwortlichen bei der Bezirksregierung Detmold und dem Land Nordrheinwestfalen, den Kommunen Barntrup und Extertal sowie dem LWL Münster von diesem einzigartigen Projekt überzeugen. Finanziell wurde das Vorhaben durch das Förderprogramm „Verkehrshistorische Kulturgüter“ des Heimatministeriums NRW mit 70 % der Baukosten unterstützt.

    Aber auch vor Ort gibt es für unsere Arbeit viele gute Rahmenbedingungen erklärt der kaufmännischen Projektleiter Jan-Philipp Tönebön: „Wir sind besonders froh mit den Verkehrsbetrieben Extertal als Streckeneigentümer und Westfalen Weser Netz als Netzbetrieber zwei starke lokal Partner für den elektrischen Museumsbahnverkehr zu haben“.  VBE-Geschäftsführer Sven Oehlmann erklärt:“ Die Zusammenarbeit ist eine besondere Symbiose zwischen Unternehmen und dem Verein und wir sind stolz, dass auf diese Weise die Extertalbahn als bedeutender Teil unserer Unternehmensgeschichte erhalten bleibt und die gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Arbeit solche Früchte trägt.“

    Diese guten Rahmenbedingungen führen dazu, dass sich in der Landeseisenbahn Lippe ein gutes Dutzend junger Männer zwischen 14 und 30 Jahren engagieren. Die Vereinsmitglieder sind es, die durch die über 4.000 Stunden ehrenamtlicher Zuarbeit das Projekt haben gelingen lassen und der ergeizige Kostenplan eingehalten wurde. Was begeistert junge Menschen einen Großteil der Freizeit für eine alte Bahn zu opfern: „Es macht einfach Spaß sich hier im Verein für ein Stück Heimat einzusetzen, „unsere Bahn“ am Laufen zu halten und dies auch den Fahrgästen zu präsentieren. Dieser Einsatz wird durch den Erfolg unserer Projekte regelmäßig belohnt“, erklären Kahlert und Tönebön.

    Restaurierung der historischen Fahrleitung der Extertalbahn

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