Fähr-Schnellzugwagen 16 223

Baujahr

1929 / 1975

Hersteller

Westwaggon, Werk Düsseldorf / AW Limburg

Länge über Puffer

21,7 m

Gewicht

39,4 t

Höchstgeschw. 120 km/h

Anzahl
Sitzplätze

70
14 Plätze Clubraum, 7 Abteile à  8 Plätze

Drehgestelle amerikanische Bauform "Schwanenhals"

Zur Geschichte:

Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft beschaffte ab 1922 erstmals eigene Schnellzugwagen. Der anwachsende Schnellzugverkehr, die dezimierte Zahl an alten Länderbahnwagen sowie der Wunsch nach Vereinheitlichung brachte die sogenannte Gruppe 22 hervor, welche unter der Bezeichnung "Hechtwagen" weithin bekannt wurde.

In der zweiten Hälfte der 20er Jahre wurde die Konstruktion der Hechtwagen überarbeitet, es entstand die Gruppe 28. Hierbei ging man von den sich am Stirnende windschnittig verjüngenden Wagenkästen, welche das Aussehen der Hechtwagen entscheidend prägten, ab und verwendete im Bereich der Stirntüren eingezogene Wagenkästen. Hintergrund war vor allem die starke Verschmutzung der Türen der "Hechtwagen".

Von den noch vollständig genieteten Wagen der Gruppe 28 wurden 702 Exemplare gefertigt, davon 320 in 3.-Klasse-Ausführung. Unter diesen waren vier Wagen, welche für den Fährverkehr über die Ostsee (Warnemünde - Gedser) entsprechend hergerichtet wurden. Unser Wagen lief bis Mitte der 50er Jahre als "16 223 Köln" in der Relation Köln - Großenbrode Kai - Rodby und kam nach seinem Ersatz durch Neubaufahrzeuge im Eilzugverkehr zum Einsatz.

1969 ausgemustert, wurde er 1975 im AW Limburg zum Bauzugwagen hergerichtet und bis 1994 beim Gleisbauhof Nürnberg eingesetzt. Über die Eisenbahnfreunde Schwalm-Knüll im nordhessischen Treysa kam er Anfang 2002 ins Begatal nach Lemgo, wo er im Rahmen einer Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahme für Jugendliche (siehe unteres Bild) wieder hergerichtet wurde und einen Teil seiner früheren Innenausstattung in Form von sieben Abteilen zurückerhielt. Die ideelle Wagenpatenschaft liegt bei der Alten Hansestadt Lemgo.

Seit Mai 2003 ist der Wagen im Heckeneilzug der LEL ständig im Einsatz. Seine Inneneinrichtung mit sieben Abteilen, einem Clubabteil für bis zu vierzehn Personen, einer Toilette mit Wickeltisch für Kleinkinder sowie der Seitengang mit seinen zu öffnenden Fenstern bieten den Fahrgästen eine Abwechslung zu den Großräumen der Eilzug-Umbauwagen.